https://pixabay.com/de/users/couleur-1195798/

Worte, die mich bewegen

BE-wegungsstück von Sabine Gilson / April 22

Mittagszeit. Es klingt an der Haustüre. Mein Ältester kommt von der Schule. „Und? Wie war’s?“ frage ich. „Grottig,“ ist seine Antwort. „Mathe ist wieder eine Fünf geworden.“ Es ist die 4. Fünf in dieser Woche. Er ist in der 10. Klasse.

Ich antworte nicht. Das habe ich mir vorgenommen: Statt eines Kommentares will ich künftig meine Jogging Schuhe nehmen und erst mal eine Stunde an die Luft. Denn das Gedankenkarussell lässt nicht lange auf sich warten: Oje, schon wieder! Er ist schwerhörig. Wir haben ihn gegen den Rat der Frühförderstelle auf eine Regelschule geschickt. „Sie können die Behinderung Ihres Sohnes nicht akzeptieren, oder?“ Worte, die lange in mir nachwirken. Ist er vielleicht wirklich überfordert? War es die falsche Entscheidung? Sind wir zu streng? Sind wir zu lax ?….. und überhaupt!
Das Laufen hilft. Der Kopf wird frei. Ich laufe schon das 4. Mal in dieser Woche. „Wenn ich nicht so schlecht in der Schule wäre, dann wärst Du jetzt nicht so fit!“ sagt mein Sohn. Muss man sich um solche Kinder wirklich Sorgen machen? Ich erzähle meiner Freundin davon. Sie sagt; „Au weia. Ein Freund von mir ist Triathlet. Was hat der wohl für ein Schulkind???“

15 Jahre später. Es klingelt an der Haustüre. Mein Ältester kommt zu Besuch. Er wohnt seit vielen Jahren in München zusammen mit seiner zukünftigen Frau. „Und? Wie geht’s?“ frage ich. „Passd scho,“ ist seine Antwort und „Kannst Du das mal Korrektur lesen?“ Er legt einen USB Stick auf den Esstisch. Auf dem Stick ist die Vorlage zu seiner Doktorarbeit. Dass er einmal promovieren würde, das war so wahrscheinlich wir ein Vulkanausbruch auf der Regnitzwiese.
Am Abend nehme ich meine Schuhe und gehe laufen. Ich bin sehr dankbar. Die Worte und die Nicht-Antworten haben mich bewegt. Und im wahrsten Sinne in Bewegung gebracht. Sie tun es immer noch.

Bild von martaposemuckel auf Pixabay

Podcast: #2.1 – Ist der Verzicht auf Gummibärchen eine spirituelle Handlung?

Über Spiritualität oder die laute Stille im Kopf.

  • Ist der Verzicht auf Gummibärchen eine spirituelle Handlung?
  • Was genau ist Spiritualität überhaupt?
  • Und genauer gefragt: was ist christliche Spiritualität?

Zum Auftakt der zweiten Staffel spricht Annika Hoppe-Seyler mit Anne Mayer-Thormählen, Pfarrerin und Mitbegründerin des Erlanger Forum Spiritualität, über Frömmigkeit, stille Momente und Alltagsrituale.

Dieser Podcast erzählt, warum uns Spiritualität gut tut und wie Spiritualität ihren Platz im christlichen Gemeindeleben finden kann. Darüber hinaus gibt es ganz konkrete Tipps, wie spirituelle Elemente für Kindergartenkinder und im Altenheim umgesetzt werden können oder wie sie einen Freitagabend mit Teenagern zu einem vollen Erfolg werden lassen.
Zum Anhören bitte hier klicken!

Read more
Podcast bewegt Klinikseelsorge

#10 Taufe in der Kinderklinik – digital und ganz nah

Seelsorge in der Kinderklinik während Corona – digital, ganz nah und wichtiger denn je

Selten waren wir während einer Podcast-Aufnahme so still, so zurückhaltend. Und das, obwohl Kathrin Kaffenberger alles andere als eine zurückhaltende Person ist. Die Pfarrerin ist seit 2014 Seelsorgerin in der Kinderklinik Erlangen und darüber hinaus Mitglied im ambulanten Kinderpalliativteam Nordbayern.

Zu ihrem Berufsalltag gehört es, junge Menschen und Eltern während schwerer Krankheiten zu begleiten; für sie in schwierigen Momenten da zu sein; Trost und Hoffnung zu spenden.

Wir haben mit Frau Kaffenberger über ihren Arbeitsalltag in der Klinik gesprochen; darüber, wie ganz einfache praktische Hilfe oftmals das Wichtigste ist; wie man in Corona-Zeiten eine Taufe mit allen Angehörigen per Zoom ermöglicht und was es heißt, ein Kind beim Sterben zu begleiten.

Wenige Themen rufen so viel Scheu und Berührungsängste hervor, wie es das Sprechen über den Tod tut. Umso wichtiger ist es, Menschen wie Kathrin Kaffenberger zu begegnen und zuzuhören, die durch unglaublich viel Positives und Lebensbejahendes das Thema Sterben nahbar macht.
Hören Sie selbst!

Dekan Peter Huschke im Podcast

#9 Weihnachten im Corona Jahr

Dekan Peter Huschke über die Angebote der evangelischen Kirche in der Advents- und Weihnachtszeit.

Wonach steht Ihnen der Sinn? Romantische Waldweihnacht im Tennenloher Forst oder gemütlicher Online-Gottesdienst auf dem warmen Sofa?

Im Gespräch mit dem Erlanger Dekan Peter Huschke über die Angebote der evangelischen Kirche in der Advents- und Weihnachtszeit. Viele Gemeinden diskutieren gerade intensiv über die Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten von Advents- und Weihnachtsgottesdiensten. Die Bandbreite der Angebote ist dabei groß und reicht von Waldweihnacht bis hin zu Non-Stop Krippenspiel. All diese kreativen Formaten sollen dazu beitragen, dass trotz der gegenwärtigen Situation auch in diesem Jahr gemeinsam Weihnachten gefeiert werden kann. 

Im be-Podcast haben Annika Hoppe-Seyler und Carina Harbeuther mit Dekan Peter Huschke über die Ideen von Erlanger Gemeinden gesprochen.

  • Welche Rolle kann und soll die zunehmende Digitalisierung der Kirche dabei spielen?
  • Wie können sich Menschen trotzdem weiterhin persönlich, aber sicher begegnen?

Außerdem verrät der Dekan was beim ihm in der Familie zum Weihnachtsfest dazugehört und warum es seiner Meinung nach eigentlich gar nicht unbedingt einen Gottesdienst braucht, um das Wunder der Geburt Jesu zu feiern. Hören Sie rein und lassen Sie sich inspirieren von den – immer wieder auch sehr humorvollen – Gedanken des Erlanger Dekans Peter Huschke.

#8 „Geflüchteten zu helfen beflügelt mich!“

#8 „Geflüchteten zu helfen beflügelt mich!“

Judith und Moni erzählen von ihrem ehrenamtlichen Engagement in Erlangen

2015 war ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete kurz ein großes Thema – aber wie ist die Situation eigentlich fünf Jahre später?
Die Antwort ist: Es gibt sie auch jetzt noch! Engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit für Geflüchtete einsetzen, sie bei Behördengängen oder der Wohnungssuche unterstützen, mit Kindern Hausaufgaben machen und Deutsch lernen.

Mit zwei von ihnen haben Annika Hoppe-Seyler und Carina Harbeuther in der aktuellen Podcast-Folge gesprochen: Moni und Judith, beide Mitglieder beim Erlanger Verein „Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Erlangen“, kurz EFIE e.V.

Sie erzählen, wie der Verein aus einer zufälligen Alltagsbegegnung heraus entstanden ist und wie er sich über die Jahre – insbesondere 2014 und 2015 – verändert hat. Mit viel Begeisterung berichten beide von ihren mittlerweile langjährigen Tätigkeiten und verraten uns, was sie sich für die Zukunft der Flüchtlingshilfe wünschen würden. So viel sei gesagt: (politische) Anerkennung ist es nicht.

Seemannsmission Pfr. Schmidt

#7 Weihwasser zur Vertreibung der bösen Geister.

Von Franken nach Singapur: Einblicke in die Arbeit der Seemannsmission.

Singapur beherbergt zwei sehr verschiedene Welten: auf der einen Seite ist der südostasiatische Stadtstaat progressiv, sauber und sicher! Sein Containerhafen gilt als einer, der größten Güterumschlagsplätze weltweit. Auf der anderen Seite ist der internationale Fischereihafen am äußersten Rande der Stadt Schauplatz für moderne Formen der Sklaverei und Ausbeutung.

Einer, der diese Gegensätze persönlich erlebt hat, ist Christian Schmidt. Als evangelischer Pfarrer war er für acht Jahre, von 2008 bis 2016, in der Seemannsmission in Singapur tätig.

In unserer aktuellen Podcast-Folge sprechen wir mit ihm über die teils schwierigen, oft aber auch schönen Momente als Seelsorger und Anwalt der Seeleute. Und über gelebte Ökumene vor Ort, die u.a. bedeutet, dass der katholische Kollege selbstverständlich ein Fläschchen Weihwasser zur Verfügung stellt, damit man auch als evangelischer Pfarrer ein Schiff von bösen Geistern befreien kann. Hört rein und lasst euch mitnehmen in den abwechslungsreichen Arbeitsalltag bei einer besonderen Seemannsmission.